Wissenswertes über Badminton

Die meisten Leute haben Badminton in der einen oder andern Form (Federball) gesehen und glauben daher, sie wissen über Badminton Bescheid. Wie auch immer, Badminton ist vielleicht nicht so ganz das, was Du Dir vorstellst. Hier sind nun ein paar allgemeine Fragen mit ihren Antworten bezüglich Badminton.

 

Badminton ist das Spiel, das wir alle bei Familien-Picknicks und im Hinterhof spielen, richtig?

Die Picknick/Hinterhof-Version von Badminton heißt Federball. Badminton ist ein Sport, der in Hallen und mit einer viel besseren technischen Ausstattung gespielt wird. Moderne Rackets sind aus komplexen Legierungen von Carbon-Graphit, Boron, Keramik, Aluminium und Stahl in verschiedenen Verhältnissen. Diese Rackets sind sehr leicht - sie wiegen weniger als 100 Gramm - und können sehr hart bespannt werden. Auch der Ball, Shuttlecock genannt, besteht aus 16 Federn, nicht aus Plastik, und wiegt zwischen 4,74 und 5,50 Gramm. Federbälle kosten im Dutzend etwa 20-40 DM und halten meist ein Spiel lang. Gute Bälle haben nur Federn vom linken Flügel einer Gans, was nichts mit Aberglauben, sondern mehr mit Flugverhalten zu tun hat. Das Netz ist übrigens 1,55m hoch und jeder Spieler muß bei 6,7 m von Netz zu Grundlinie eine Fläche von ca. 35 qm (im Doppel sogar 41 qm) abdecken.

Aber auch so ist das doch recht langsam, oder?

Um Wettkampfbadminton zu spielen brauchst Du Schnelligkeit, hervorragende Reflexe und eine schnelle Hand-Augen-Koordination. Warum, fragst Du? Nun, der Federball wird mitunter mit 290 km/h geschlagen. Das ist schneller als der schnellste Tennisaufschlag, und kommt regelmäßig bei Ballwechseln auf Top-Niveau vor. Dazu muß man noch wissen, daß bei Doppelspielen oft 40 bis 50 Bälle in 20 Sekunden geschlagen werden.

Was sieht man denn beim Badminton?

Ein Badmintonmatch besteht aus Laufen, Springen, Richtungswechseln, Ausfallschritten, Rückwärtslaufen und Schlagen. In einem typischen Match decken die Athleten jeden Zentimeter des Feldes ab und laufen fast zwei Kilometer. Hinzu kommt insbesondere beim Doppel ein ganzer Haufen an hoher Koordinationsfähigkeit. Trotzdem eignet sich Badminton auch sehr gut als Freizeitsport und kann das ganze Leben durch gespielt werden.

Gut, aber auf dem kleinen Feld? Da spiel ich lieber Tennis!

Nun gut! Statistiken lügen nie... Laß uns doch ein Wimbledon-Finale mit einem Weltmeisterschaftsfinale aus Badminton vergleichen. Im Wimbledon-Finale 1985 besiegte Boris Becker Kevin Curren mit 6:3, 6:7, 7:6, 6:4. Auf der Badminton Weltmeisterschaft im gleichen Jahr in Calgary, Kanada, besiegte Han Jian aus China Morten Frost aus Dänemark 14:18, 15:10, 15:8.
Das Tennisspiel dauerte 3 Stunden 18 Minuten, bei Badminton war man bereits nach 76 Minuten fertig. Sieht nicht gut aus für Badminton, oder? FALSCH! Die wahre Zeit, in der der Ball im Spiel war, betrug beim Tennis 18, bei Badminton dagegen 37 Minuten. Bei Tennis macht das nur 9% der Spielzeit aus, bei Badminton immerhin ganze 48%.
Auch bei den Ballwechseln gibt es einen deutlichen Unterschied: Zwar zählte man in Wimbledon 299 und in Calgary nur 146, aber die Tennisspieler kamen trotzdem nur auf insgesamt 1004 Schläge, während es beim Badminton 1972 waren. Pro Ballwechsel flog der Federball im Schnitt also 13,5 mal übers Netz, die Filzkugel nur 3,4 mal.
Die gelaufene Strecke wurde beim Tennis mit etwa 3 Kilometer, beim Badminton mit ganzen 6 Kilometern gemessen. Der Badmintonspieler lief also zweimal so weit in der halben Zeit und mußte auch fast doppelt so oft schlagen.
Dies soll nur zeigen, wie hart und anstrengend Badminton ist. Tennis ist ein großartiges Spiel und die meisten Leute verstehen die athletischen Anstrengungen als Spitzenniveau. Durch dieses Beispiel können wir sehen, daß Top-Badmintonspieler wirklich in Weltklasse-Kondition sein müssen.

Mehr Statistiken?

Natürlich! Laut Wissenschaftlern (Department of Physical Education at Baylor University) ist Badminton eine der Sportarten, die am meisten Kondition benötigen. Während eines typischen 3-Satz-Matches mit 45 Minuten Dauer, ist der Federball etwa 20 Minuten im Spiel. In dieser Zeit ändert der Spieler zumindest 350 Mal die Richtung um 90° oder mehr und schlägt den Federball mehr als 400 mal.

Schön, ich bin überzeugt, Badminton ist ein harter Sport - nur ist es nicht recht unpopulär?

Ganz und gar nicht! Badminton ist in Großbritannien, Dänemark, Schweden, China, Indonesien, Malaysien, Korea und einigen anderen Ländern sehr verbreitet. In Großbritannien alleine spielen 4 Millionen, circa 8% der Bevölkerung, Badminton und in Amerika ergab eine 1993 Studie, daß mehr als 1,2 Millionen Bürger Badminton mindestens 25 mal im Jahr spielen, 760000 Badminton ihren Lieblingssport nennen und mehr als 11,2 Millionen mindestens einmal pro Jahr spielen. Als Zusehersport ist es im Fernen Osten sehr beliebt. Die Badmintonbewerbe bei den Olympischen Spielen in Seoul waren die ersten die ausverkauft waren, obwohl es nur Demonstrationswettbewerbe waren. Die geschätzten Zuschauerzahlen für die Finale beim olympischen Debüt 1992 belaufen sich auf hunderte Millionen, bis zu 1,1 Milliarden insgesamt. In Malaysia und Indonesien kommen Massen von bis zu 15000 Menschen um größere Turniere zu sehen.

Also ist Badminton eine olympische Sportart?

Ja, ist es. Seit den XXV. Spielen in Barcelona 1992 ist Badminton eine olympische Sportart. Die Entscheidung wurde 1985 getroffen und erkannte den weltweiten Status der IBF an. Als Wettbewerbe wurden Herren- und Dameneinzel sowie Herren- und Damendoppel ausgetragen. Das Mixed kam erst bei den Spielen in Atlanta 1996 als Wettbewerb hinzu.

Wer hat bei Olympia gewonnen?

Die Olympiasieger 1996 waren:
Herreneinzel: Poul-Erik Hoyer-Larsen (Dänemark); Dameneinzel: Bang Soo Hyun (Korea); Herrendoppel: Ricky Subagja and Rexy Mainaky (Indonesien); Damendoppel: Ge Fei and Gu Jun (China); Mixed: Kim Dong Moon and Gil Young Ah (Korea).
Insgesamt waren besonders die Asiaten erfolgreich: Indonesien und Malaysia konnten so ihre allerersten olympische Medaillen gewinnen.

Welche Länder dominieren?

Indonesien besetzte in der Rangliste vom 26.11.96 alle Top-Positionen. Inzwischen, am 2.9.97 sind 3 der 5 Spitzenplätze an China verloren und beide Länder sind etwa gleich stark in der Top Ten vertreten. So wurden bis jetzt auch 70% aller IBF-Turniere von Indonesien oder China gewonnen. Andere starke Nationen sind Korea, Malaysia und Dänemark. Seit 1948 der Thomas Cup (die Herrenweltmeisterschaft) gegründet wurde, gab es als Sieger nur Spieler aus Malaysia, Indonesiem und China. Der Uber-Cup (die Damenweltmeisterschaft) wurde nur in drei Jahren von nicht-asiatischen Spielerinnen gewonnen: und zwar 1957, 1960 und 1963 von Spielerinnen aus den USA.

Welche Rolle spielt die USA?

Zwischen 1949 und 1967 waren die USA ganz vorne im Badminton und erangen insgesamt 23 Weltmeistertitel und drei mal die Mannschaftsweltmeisterschaft für Frauen. Das Herrenteam der USA war zu dieser Zeit ebenfalls auf hervorragenden Plätzen. Obwohl der internationale Erfolg seit 1970 nachgelassen hat, ist das derzeitige US-Aufgebot eines der vielversprechendsten Team von aufstrebenden Spieler der Welt. Sechs Spieler und dmait die höchstmögliche Anzahl pro Nation qualifizierten sich 1992 für Olympia und 1995 wurden auf den Pan American Games bei der Erstvorstellung von Badminton fünf Medallien gewonnen. 1996 haben sich drei Spieler qualifiziert.

Gibt es einen internationalen Dachverband für Badminton?

Ja, die 1934 gegründete International Badminton Federation (IBF). Ihr Sitz ist in Gloucestershire, England. Weltweit sind z.Zt. 131 Länder Mitglied und es gibt geschätzt 14 Millionen teilnehmende Spieler.
Der deutsche Dachverband, der DBV, wurde übrigens 1953 gegründet.

Wer sind die Spitzenspieler?

Die weltweite Top Ten wird deutlich durch Asien dominiert - China überall und auch Indonesien und Korea omnipräsent. Aber auch Dänemark mischt kräftig an der Weltspitze mit!

Und europäische Größen?

Europa wird fast nur - mit ein paar Ausnahmen - von Dänemark vertreten. Erst unterhalb der obersten Zehn findet man eine bunte Mischung aus England, Russland, Schweden, Frankreich, Italien und auch Deutschland.

Sind die Top-Spieler Profis?

Die IBF Grand Prix Runde, die in den 80er Jahren eingeführt wurde, wandelte den Amateursport in einen Profisport. Das höchstdotierteste Grand Prix Turnier, die US Open, bieten 200000$ Preisgeld. Das Grand Prix Endspiel, ein Turnier mit Spitzenspielern hat eine Börse von 350000$.
Die USBA Classis Series ist ein inner-amerikanischer Grand Prix, in dem top US-Spieler in fünf regionalen Turnieren um eine Preisgeld von wenigsten 2000$ pro Ereignis kämpfen.
Die Top-Spieler können also von ihrem Spielen leben. Summen wie beim Tennis gibt es zwar nicht, aber Spieler aus Badminton-Ländern haben auch die Möglichkeit Geld und andere Vergünstigungen neben Tunierdotationen zu erhalten.

Was gibt es noch für internationale Turniere?

Neben Olympia gibt es noch den Thomas- und den Uber-Cup (die Mannschafts-Weltmeisterschaften für jeweils Männer bzw. Frauen), die jedes Jahr stattfinden, die Einzelweltmeisterschaften (im zwei-Jahres-Turnus), den Sudirman-Cup (zwei-jährliche Mixed-Meisterschaften), die Pan American Games (alle vier Jahre), die US Open und eine ganze Zahl weiterer Grand Prix Turniere auf der ganzen Welt.

Der Ursprung von Badminton?

Erste Wurzeln gibt es im alten Griechenland und bei den ersten Völkern im Fernen Osten. Ähnliche Spiele, die manchmal auch mit dem Fuß anstelle eines Schlägers gespielt wurden, fand man auf 3000 Jahre alten Töpfereigegenständen aus China.
Badminton in seiner heutigen Form begann als "Poona" in Indien. Um 1860 wurde es von in Indien stationierten britischen Armeeoffizieren aufgegriffen und mit nach England genommen. Dort wurde es auf einer Feier des Duke of Beaufort, die er auf seinem Sitz "Badminton" in Gloucestershire hielt ein großer Erfolg. In Amerika wurde der erste Club, der Badminton Club of New York, 1878 gegründet. Bevor das Spiel den Namen Badminton erhielt, war es auch unter battledore and shuttlecock bekannt.

 

 

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